* * *   D i e   W e b s i t e   i s t   a k t u e l l   i n   Ü b e r a r b e i t u n g   * * *

Jägerlatein

Um zu verhindern, dass einen Jäger angesichts des Tierleids die Gefühle überkommen, hat sich im Laufe der vergangenen Jahrhunderte die sogenannte Jägersprache entwickelt.

 Ziel dieser Jägersprache ist es, eine tiefgreifende Distanz zwischen Tier und Mensch zum Ausdruck zu bringen, um den Tötungsakt bei der Jagd zu verharmlosen. Zum Beispiel wird eine Rehdame "angesprochen" (beurteilt in bezug auf Alter, Geschlecht und Gesundheit), ihr wird die Kugel "angetragen". Dem erlegten Wild wird ein "Bruch" (letzter Bissen) in den "Äser" (Maul) gelegt und es wird anschliessend "aufgebrochen" (ausgenommen). Füchse haben keine Jungen, sondern ein "Geheck". Blut ist "Schweiss", ein angeschossenes Tier ist "angeschweisst" und "krankgeschossen". Der Bauchschuss eines Rehs mit heraushängenden Eingeweiden ist ein "waidwundes Stück Wild". Die Haut von Wildtieren nennt man "Decke". Jäger töten keine Tiere, sondern erlegen ein "Stück" Wild. Rabenvögel, Katzen usw. sind "Raubzeug", und so weiter und so fort. Jedem Menschen wird klar, dass sich hinter dieser Jägersprache eine Herabsetzung und Verhöhnung von Lebewesen verbirgt. Fühlenden und schmerzempfindlichen Geschöpfen nimmt man so neben dem Leben auch noch die letzte Würde.  Die Jägersprache ist sowohl für den Alltagsgebrauch als auch im wissenschaftlichen Kontext irrelevant.

A

  • Aasjäger: Ein Jäger, durch dessen unwaidmännische Jagdausübung viel Wild verlorengeht (verludert)
  • Abbaumen: Wild verlässt einen erhöhten Platz, auch Verlassen einer jagdlichen Einrichtung wie Hochsitz,   Ansitzleiter u. ä. durch den Jäger
  • Abnicken (auch: abfangen): verletztes Wild nach Schuss oder Unfall mit einer blanken Waffe (Jagdmesser =    Nicker oder Knicker) töten; meist hinter dem Haupt am Genick, daher der Ausdruck „Abnicken“
  • Abkommen: 1. Trefflage beim Schuss – „Ich bin gut abgekommen“ heißt, der Schuss ging dahin, wo ich ihn hinhaben wollte. Bezeichnet (als Verb) auch gesundheitlichen Verfall eines Tieres: „abgekommen“ = in schlechter körperlicher Verfassung sein
  • Absehen: Markierung in der Optik des Zielfernrohrs (z.B. Fadenkreuz), die genaueres Zielen und Einschätzung von Entfernungen ermöglicht
  • Abwurfstange: das abgeworfene Geweih von Cerviden (Geweihträgern)
  • Achtender: Ein Hirsch mit einem achtendigen Geweih
  • Affe: Junges des Murmeltiers
  • Ankirren: das (grundsätzlich verbotene) Anlocken eines Wildtieres mit Futter, um es leichter erlegen zu können
  • Ansprechen: Wild nach Art, Geschlecht, Alter und Zustand zu klassifizieren. Wird auch auf Pflanzen angewandt: einen Baum ansprechen = Art und Zustand des Baumes identifizieren
  • Anstellen: Bei der Jagd werden den Schützen feste Plätze durch den Ansteller zugewiesen
  • Ansteller: revierkundiger Jäger weist den Jagdgästen einen festen Platz, Stand, Sitz, Kanzel zu.
  • Äser: Maul des Haarwildes. Mit dem Äser wird Äsung, d. h. Nahrung, aufgenommen
  • Aser: Jägerrucksack
  • Äsen: Fressen
  • Äsung: bezeichnet die Nahrung des Wildes, außer bei Schwarz- und Raubwild, insbesondere von Rehen sowie Dam- und Rothirsch. „Äsen“ ist der Vorgang der Nahrungsaufnahme.
  • Aufbaumen: das Setzen oder sich Niederlassen von Wild auf einem erhöhten Platz wie z. B. auf einem Ast. Auch der Jäger, der seinen Hochsitz besteigt, „baumt auf“
  • Aufbrechen: öffnen bzw. aufschneiden des „zur Strecke gebrachten“ Tieres zur Entnahme des „Aufbruches“
  • Aufbruch: Gesamtheit der in den großen Körperhöhlen (Thorax, Abdomen, Becken) gelegenen inneren Organe
  • Aufgang: Beginn der Jagdsaison nach der Schonzeit (Beispiel: Hasen sind „auf“ = Hasen dürfen gejagt werden)
  • Aufwerfen: plötzliches Anheben des Kopfes z. B. bei Störungen, Geräuschen oder Bewegungen zum Lokalisieren derselben
  • Äugen: sehen

  • Bache: weibliches ausgewachsenes Wildschwein (Schwarzwild)
  • Balg: Haut mit Fell von Feldhase und Kaninchen, Rotfuchs und Marder
  • Basse: ein starkes, altes, männliches Wildschwein (Keiler)
  • Bast: sehr gut durchblutete Schutzhaut über dem im Wachstum befindlichen Geweih oder Gehörn
  • Behang: die Ohren eines Jagdhundes mit Schlapp- oder Hängeohren; wird bei diesen Hunden auch zur Bezeichnung des Alters verwendet: „im 1. Behang“ = im 2. Lebensjahr
  • Beschlagen: das Begatten eines brunftigen Tieres durch den Hirsch; das Tier, welches sich beschlagen lässt, "steht" bei diesem Vorgang
  • Blasen: Lautäußerung, Warnruf der Bache (Leitbache)
  • Blattschuss: Schuss, der ins Schulterblatt eines Tieres trifft. Da er Herz, Lungen und/oder große Blutgefäße verletzt, ist er meist sofort tödlich.
  • Blattzeit: Paarungszeit beim Rehwild. Der Name leitet sich von der zu dieser Zeit möglichen Lockjagd durch Pfeifen auf einem Buchenblatt ab
  • Blume: Schwanz des Feldhasen oder das Ende der Lunte beim Rotfuchs
  • Bockfieber: bezeichnet den gelegentlich auftretenden aufgeregten Gemütszustand eines Jägers kurz vor dem Schuss auf einen Rehbock
  • Brand: Milzbrand (auch Anthrax) ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich bei Paarhufern auftritt
  • Brocken: Köder
  • Brocker: der Schnabel des Auerhahnes
  • Bruch oder Bruchzeichen: dies sind Zeichen, die von Jägern verwendet werden; es handelt sich regelmäßig um belaubte bzw. benadelte Zweige bestimmter Bäume
  • Brunftzeit oder Brunst: Paarungszeit bei einigen Wildtieren, z. B. Rot- und Damwild
  • Brunftkugeln: Die Hoden beim Schalenwild, Steine beim männlichen Schwarzwild
  • Brunftrute: Das männliche Geschlechtsteil beim Schalenwild, außer Reh- und Schwarzwild (hier Pinsel).
  • Büchse: Das Gewehr

C

  • Damwild: Damhirsche
  • Decke: Fell von Schalenwild (außer Schwarzwild= Schwarte)
  • Dick gehen: trächtiges Wild
  • Doppeln: unbeabsichtigtes Lösen von zwei Schüssen gleichzeitig aus einer mehrläufigen Waffe
  • Dublette: Erlegung von zwei Stück Wild aus derselben Waffe in zeitlich unmittelbarer Abfolge. Außerdem das Beschießen von zwei gleichzeitig gestarteten Tontauben beim Skeet-Schießen
  • durch die Lappen gehen (Lappjagd): eine Redensart, die sich aus der Jägersprache ableitet.

  • Einlauf: eine Öffnung in einem Gatter, durch die das Wild zwar herein- aber nicht mehr hinauslaufen kann
  • Einstand: eine Rückzugsregion oder eine Rückzugsfläche für Wildtiere, die diese zum Schutz oder als Ruheraum aufsuchen
  • Einstecklauf: ein meist für Jagdwaffen verwendeter Lauf, der in den eigentlichen Lauf der Waffe eingesteckt und verriegelt wird, um ein anderes Kaliber oder eine andere Art von Munition mit ein und derselben Waffe verschießen zu können
  • Erlegen: ein Tier schiessen

F

  • Fährte: die auf dem Erdboden hinterlassenen „Fußabdrücke“ des Schalenwildes (vgl. „Spur“ und „Geläuf“)
  • Fähe: weiblicher Fuchs
  • Falkner: ein Falkner (oder Beizjäger) betreibt die Jagd mit Greifvögeln wie Falken, Sperbern, Habichten oder Adlern auf Federwild (z. B. Rebhuhn) und kleines Haarwild (z. B. Kaninchen)
  • Fang: die Schnauze von Raubtieren, auch des Hundes; ebenso die Füße (Krallen) von Greifvögeln, siehe: Vogelfuß
  • Fangschuss: derjenige Schuss, der abgegeben wird, um waidwundes, also nicht unmittelbar tödlich getroffenes oder angefahrenes Wild zu töten
  • Federwild: dazu zählen die dem Jagdrecht (Wild) unterliegenden Vögel
  • Fegen: das Abreiben des „Bastes“ von den ausgebildeten Geweihen der Hirsche und der Gehörne der Rehböcke an Bäumen und Sträuchern
  • Feistzeit: Zeit vor der Brunft, also die Zeit vor der Fortpflanzung – sie dient Rehböcken bzw. Hirschen dazu, sich für die folgende kräfteraubende Zeit Fettreserven zuzulegen
  • Feld: Altersbezeichnung für die Vorstehhunde (Jagdhunde, die insbesondere zum Vorstehen verwendet werden): „im 1. Feld stehen“ = sich im 2. Lebensjahr befinden
  • Feuchtglied: Das männliche Geschlechtsteil bei Haarraubwild und beim Hund
  • Frischling: frisch geborenes Wildschwein im ersten Lebensjahr (ursprünglich: im ersten Jagdjahr)
  • Fußgestell: Schenkel des Habichtes

  • Gefege: die haarigen Fasern, die nach dem Fegen des Bastes entstehen.
  • Gehöre: die Ohren des Raubwildes
  • Gehörn: Das Geweih des Rehwildes wird als Gehörn bezeichnet
  • Geile: Hoden des Wildes
  • Geräusch: Lunge, Herz, Luft- und Speiseröhre beim Schalenwild
  • Gescheide (kleines Gescheide, auch Geschlinge): Darm
  • Gestell: schneisenartig ausgehauenes Waldstück, meist zum Abtransport geschlagenen Holzes (vgl. Adlergestell)
  • Gewaff, auch Gewehr: [untere] Eckzähne beim Keiler (männliches Wildschwein)
  • Geweih: der „Kopfschmuck“ von männlichen Tieren, die zu den Cerviden gerechnet werden
  • Grandeln: die oberen Eckzähne von Wiederkäuern (in der Regel von Hirschen), ebenso die ersten Federn vom Schwingenbug des Auerhahns; gehören zu den Jagdtrophäen.
  • Gut: bedeutet auf ein Tier bezogen, so viel wie schön

H

  • Haarwild: Dem Jagdrecht (Wild) unterliegende Säugetiere
  • Halali: ist sowohl Gruß und Jagdruf als auch jagdliches Brauchtum
  • Häsin: Bezeichnung für den weiblichen Hasen als auch für das weibliche Kaninchen
  • Hatz: Jagdart, bei der Hunde auf lebendes Wild gehetzt werden, um dieses zu stelle
  • Haut: die Decke
  • Haupt: der Kopf
  • Himmelszeichen: Spuren des Hirschgeweihes, die beim Durchwechseln an Bäumen im Ast- und Blattwerk in Geweihhöhe entstehen, auch abgestreifter Schnee kann ein solches Zeichen sein
  • Hitze: Zeit des Eisprungs beim weiblichen Jagdhund
  • Holzen: sich von Ast zu Ast bzw. von Baum zu Baum fortbewegen
  • Horrido: bei Jägern als Begrüßung, aber auch zur Ehrenbekundung als Hochruf
  • Hudern: Sandbaden von Federwild, zur Reinigung und Beseitigung von Milben u.a.

  • Innehaben: Trächtigkeit bei Hasen, Kaninchen und kleinem Haarraubwild.
  • Insiegel: Fährtenzeichen, das beim Ziehen durch weichen lehmigen Boden oder bei Schnee entsteht. Reste von Lehm oder Schnee lösen sich erst später aus den Schalen des Schalenwildes.

  • Jagdsignale: Tonfolgen oder Musikstücke, die auf Jagdhörnern geblasen werden
  • Jägerlatein: die mehr oder weniger wahren Erzählungen von Jägern, die oft die Zahl und besonders die Größe der erlegten Tiere übertreiben

  • Kalb: Jungtiere von Rot-, Elch- und Damwild von der Geburt bis zum Martinstag oder 31. März des auf die Geburt folgenden Jahres
  • Kammer: Lungenbereich des Haarwildes
  • Kanzel: Hochsitz
  • Keiler: männliches ausgewachsenes Wildschwein
  • Kern: „nackter“ Tierkörper kleineren Haarwildes (insbesondere Raubwildes) nach dem Abbalgen (siehe auch Balg)
  • Kessel:

                  o der Hauptraum eines Tierbaus
                  o das Lager einer Wildschweinrotte und des Wildschweins mit Frischlingen
                  o bei der Treibjagd ein von Jägern und Treibern gebildeter Kreis, in den das Wild getrieben wird

  • Kette: Familienverband beim Rebhuhn
  • Kirrung: Futterausbringung zwecks Anlockens von Schwarzwild (Wildschweinen)
  • Kitz: Jungtier von Reh, Gämse oder Steinwild
  • Knopfbock: Rehbock bei dem die Spieße nur kurz, pfriemenförmig oder abgerundet sind
  • Knicken: ein verletztes aber nicht getötetes Tier durch einen Stich in das Genick töten. Dabei wird ein Jagdmesser, ein so genannter "Knicker" verwendet
  • Kolbenhirsch: Hirsch im „Bast“
  • Krellschuss: Fehlschuss, der anstatt das Wild zu töten nur den Dornfortsatz eines Wirbelkörpers trifft
  • Krickel: das Horn der Gams
  • Kuder: männliches Tier des Luchses oder der Wildkatze
  • Kuhle: Schlafmulde

  • Lager: Ruheplatz des Wildes
  • Läufe: Beine von vierfüßigem Wild
  • Lauf: der Fuss
  • Lauscher: die Ohren
  • Lappjagd: Schnüre mit Lappen werden gespannt; das Wild geht - normalerweise - nicht unter den Lappen durch und kann so in die Enge getrieben werden.
  • Lecker: Zunge des Schalenwildes
  • Lehrprinz: Lehrmeister eines in der Ausbildung befindlichen Jungjägers
  • Lichter: Augen des Schalenwildes
  • Löffel: Ohren des Hasen oder Kaninchens
  • Löseplatz: ein Ort, an dem sich der Jagdhund „lösen“, also Kot und Urin absetzen, kann
  • Losung: hinterlassene Exkremente
  • Luder: als Köder für Raubwild verwendetes totes Wild oder Teile davon, z.B. der Aufbruch
  • Luderplatz: Stelle, an der Luder ausgebracht wird
  • Lunte: Schwanz vom Rotfuchs
  • Luser: Lauscher

  • Mahnen: kurzer nasaler Laut als Kontaktlaut
  • Malbaum: Baum, an dem sich Wild reibt
  • Mast: die Früchte bestimmter Bäume (Mastbäume), die Wild als Nahrung dienen
  • Mäuseburg: Lockstelle für die Bejagung von Füchsen
  • Mönch: geweihloser Hirsch

N

  • Nässen: Harn absetzen
  • Nuss: weibliches Geschlechtsteil bei Hund und Haarraubwild

O

  • Orgeln: das anhaltende Schreien des Rothirsches in der Brunft

  • Pansen: einer der drei Vormägen von Wiederkäuern, großer Vorratsmagen
  • Pass: ein Wildwechsel
  • Petschaft: Bruchstelle an der Abwurfstange bei den Cerviden (Hirschartigen)
  • Pinsel: Bezeichnung für das längere Haarbüschel am Penis des Schalenwildes
  • Pirsch: auf die Jagd gehen
  • Pirschzeichen: Blut, Knochensplitter, Fleischstücke usw. von angeschossenem Wild
  • Platzhirsch: „Herrscher“ über das Brunftrudel (Kahlwild)
  • Pürzel: Schwanz beim Dachs und Schwarzwild

Q

  • Quersuche: Die weit nach rechts und links ausholende Suche des Hundes vor dem Jäger

R

  • Raubzeug: Beutegreifer, Raubtier
  • Rausche: Paarungszeit des Schwarzwildes
  • Rauschsynchronisation: Paarungssynchronisation des Schwarzwildes
  • Revier: Jagdbezirk
  • Riegel: Wildwechsel
  • Rinnen: Schwimmen
  • Rotte: Gruppe von mindestens drei Wildschweinen (meist mehr)
  • Rotwild: Rothirsche
  • Rudel: Gruppe von mindestens drei Tieren einer Haarwildart
  • Rute: Schwanz beim Hund

  • Sasse: Lager des Hasen
  • Sau: ein Wildschwein (als Art – speziell als weibliches Tier siehe: Bache)
  • Schale: die Klauen des wiederkäuenden Haarwildes und des Wildschweins
  • Schalenwild: Wildarten mit Schalen (Klauen), also wiederkäuendes Haarwild und Wildschweine
  • Scherenfalle: ein früher gebräuchliches Fanggerät, das aus Knüppeln gebaut wurde und sich besonders zum Fang von Mardern eignete
  • Schmelz: Ausscheidungen von Greifvögeln
  • Schnalle: das äußere weibliche Geschlechtsteil von Hunden, Füchsen, Wölfen u. a.
  • Schnepfenstrich: Balzflug der Waldschnepfe
  • Schnüren: Gangart bei Rotfuchs, Wolf oder Luchs, bei dem die Läufe in einer Linie genau hintereinander gesetzt werden, im Gegensatz zum Schränken
  • Schneider: die ohne Beute heimkehrenden Jäger
  • Schrank: der seitliche Abstand der Tritte des rechten Laufpaares vom linken in der Schrittfährte
  • Schränken: das Nebeneinandersetzen der Läufe (Beine), abweichend von der geraden Linie („verschränken“)
  • Schürze: beim weiblichen Rehwild helles Haarbüschel über dem weiblichen Geschlechtsteil (Feuchtblatt)
  • Schussfest: ist ein Jagdhund, wenn er bei Abgabe eines Schusses nicht erschrickt
  • Schusshitzig: ist ein Jagdhund, der gleich nach Abgabe eines Schusses das Wild nachsuchen möchte
  • Schwarzwild: jagdl. Oberbegriff für Wildschweine
  • Schweiß: das Blut des Wildes und des Jagdhundes, sobald es aus dem Tierkörper austritt
  • Schweißhund: Jagdhund, der darauf spezialisiert ist, krankes (verletztes), schweißendes (blutendes) Schalenwild im Rahmen der Nachsuche zu suchen und zu stellen
  • Spiegel: die helle Fellfärbung am Hinterteil der Cerviden (Hirschartigen), z.B.: beim männlichen Reh nierenförmig, beim weiblichen Reh herzförmig mit zusätzlicher heller Behaarung über dem Feuchtblatt, welche auch Schürze genannt wird
  • Spiel: Gesamtheit der Schwanzfedern beim Birkhahn
  • Spitzen: Ohren vom Fuchs
  • Sprengruf: der Kampfschrei eines Platzhirsches, um Nebenbuhler zu vertreiben
  • Sprinz: männlicher Sperber, bei allen anderen Greifen heißt er Terzel.
  • Sprung: eine Gruppe von Rehen, männlich wie weiblich, die sich in der Winterzeit meist in größeren Feldrevieren zusammenfinden, man geht davon aus, dass die Gruppe ein gewisses Sicherheitsgefühl bietet. Nach der Wintersonnenwende lösen sich diese Sprünge wieder auf und die Rehe werden wieder zu Einzelgängern oder kleinen Familienverbänden.
  • Sprung: das hintere Bein des Feldhasen
  • Spurlaut: beschreibt den auf der Spur oder Fährte des Wildes laut jagenden, also bellenden Jagdhund
  • Standarte: der Schwanz des Fuchses und des Wolfes
  • Steine: Hoden des Keilers
  • Stern: die Iris beim Wild
  • Stoß: die Gesamtheit der Schwanzfedern
  • Strecke: alle erlegten Tiere einer (Gesellschafts-)Jagd, nach einer festgelegten Ordnung in Reihen ausgelegt („die Strecke abgehen“, „zur Strecke bringen“)
  • Strich: regelmäßig eingehaltene Flugbahn von Vögeln („Federwild“) von und zu Rastplätzen oder Nahrungsplätzen
  • Stück: allgemeiner Zahlklassifikator für Dinge und Tiere (ohne Plural, also z. B. zwei Stück Rehwild), insbesondere weil man jagdlich nicht das Reh oder das Tier sagt sondern von einem Stück spricht.

  • Teller: Ohren des Schwarzwildes
  • Terzel: männlicher Greifvogel
  • Tier: weiblicher Hirsch, je nach Tierart heißt es vollständig Rottier oder Damtier
  • Totverblasen: individuelle Jagdhornsignale für alle auf einer Gesellschaftsjagd zur Strecke gebrachte Tierarten
  • Tracht: die Gebärmutter des Mutterwildes
  • Träger: der Hals von Schalenwild
  • Tropfbett: Ansammlung von heruntergetropftem Schweiß eines angeschossenen aber noch stehenden Tieres, das an diesem Platz Deckung gesucht hat
  • Tritt: einzelner Fußabdruck von Schalenwild (mehrere Tritte bilden eine Fährte)
  • Trosch: Federbusch auf der Falken-Kappe

  • Überläufer: junges Wildschwein im Alter zwischen 12 und 24 Monaten (ursprünglich: in dem auf die Geburt folgenden Jagdjahr)

  • Vorhalten: eine besondere Technik beim Zielen mit dem Gewehr. Beim "Vorhalten" werden Tiere in Bewegung (beispielsweise eine Ente im Flug) einen oder mehrere Meter vor ihrer Laufrichtung anvisiert
  • Vorstehhunde: Jagdhunderassen, die die Eigenschaft des „Vorstehens“ ausgeprägt aufweisen, d. h. sie zeigen dem Jäger entdecktes Wild durch „Vorstehen“ an
  • Verludern: Das Verderben von angeschossenem Wild, das nicht rechtzeitig gefunden wurde
  • Vernehmen = hören

  • Waidmanns Dank!: Antwort auf ein als Gratulation gedachtes „Waidmanns Heil!“
  • Waidmanns Heil!: Traditionelle Begrüßungs- oder Gratulationsformel unter Jägern
  • Waidwund: Ein durch einen Schuss (speziell in die Eingeweide) verwundetes Stück Wild wird als „waidwund“ (auch „weidwund“) bezeichnet
  • Wedel: Schwanz bei Cerviden (Hirschartigen)
  • Weidloch: After oder auch Enddarm des Wildes
  • Welpe: Jungtiere von Raubtieren, also prinzipiell auch von Katzen, meist jedoch von Hundeartigen
  • Witterung: Geruchssinn oder Geruch („Witterung aufnehmen“, schnuppern)
  • Wildbret: das Fleisch erlegter Wildtiere bzw. von Wild
  • Winden: riechen
  • Windfang: Nase des Rehwildes
  • Windspiel: Trainingsgerät aus einer Schnur und einer Beutetieratrappe zur Abrichtung von Greifen (Greifvögel)
  • Wundbett: Stelle, an der sich ein verletztes Wild niederlegt und gegebenenfalls verendet

X
Y

  • Zerwirken: Zerlegen von Wild bzw. Wildbret in küchenfertige Teile
  • Zustandebringen: ein durch einen Schuss verletztes aber nicht getötetes Tier finden
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